English version Experimente - Pyrotechnik
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Pyrotechnik

Also meiner Meinung nach ist die Pyrotechnik ja die Königsdisziplin für einen Chemiker, der es darauf anlegt, anderen etwas zu bieten. Einen lauten Knall machen, daß kann eigentlich fast jeder, doch dem Zuschauer oder einfach nur sich selbst ein Feuerwerk aus Farben zu erzeugen hat schon was.

Doch leider waren unsere Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, äußerst beschränkt. Wenn Du es genau wissen willst, wir hatten Magnesium, Aluminium, Puderzucker, Eisenoxid, Kaliumpermanganat, Kaliumchlorat und Ammoniumnitrat. Dabei lassen sich die Stoffe in zwei grundsätzliche Gruppen teilen, in Sauerstoffspender (Oxidatoren) und in Sauerstoff aufnehmende Stoffe (Reduktionsmittel). Denn darauf baut die Pyrotechnik auf. Ein Stoff liefert möglichst viel Sauerstoff und ein anderer nimmt möglichst viel davon auf. Der Erfolg ist dann eine Verbrennung (Redox-Reaktion), die sehr stark exotherm ist (also viel Energie in Form von Hitze und dadurch auch Licht abgibt). Ich weiß, daß das jetzt sehr viele Begriffe waren, die sich nach Fachchinesich anhören, und das sind sie auch. Wenn sie Dich also nicht interessieren, vergiss' sie einfach wieder. Damit habe ich kein Problem.

Wir haben uns dann zuerst eine stabile und hitzebeständige Unterlage für unsere Versuche gesucht und haben ein massives Winkeleisen gefunden. Das schmilzt einem wenigstens nicht gleich weg (wie es die Alubehälter von Teelichtern gerne machen). Und dann hieß es "Feuer frei" für das Experimentieren. Unsere einzige Grundlage war auch nur das Wissen über die Redox-Reaktion und den Aufbau der benutzten Stoffe. Die Mengen und was mit was zusammen schön reagiert kannten wir nicht. So sehr viel kann man da aber auch nicht falsch machen. Entweder es taugt, oder es taugt nicht. Wenn man einen guten Sicherheitsabstand einhält, alles im Freien macht (die teilweise sehr starke Rauchentwicklung ist nicht gerade gesundheitsfördernd) und zum Zünden eine Wunderkerze nimmt (damit man während dem Abbrennen Zeit hat, zu verschwinden), kann eigentlich kaum was passieren.

Normalerweise kann man die Leuchterscheinungen dann durch die Beigabe von anderen Stoffen noch einfärben, doch das hat bei uns oft nicht funktioniert, weil die dazu benötigten Materialien doch zu exotisch für uns waren. Ein einfaches Beispiel ist hierbei jedoch Kupfer und Kochsalz. Wenn man Kupfer über den Bunsenbrenner hält, färbt sich die Flamme grün und wenn man stattdessen das Kochsalz nimmt, nimmt sie eine gelbliche Farbe an. Doch wie gesagt, war unsere meistprodukzierte Farbe leider ein grelles weiß.

Nun will ich noch auf einen anderen Effekt eingehen, eine Rauchmischung. Man nehme also Puderzucker und Kaliumchlorat, mixe es zusammmen, zünde es auf bekannt sichere Weise und schon schießt eine dunkle Rauchwolke gen Himmel. Das ist auch die einzige Reaktion, die wir einmal praktisch eingesetzt haben. So haben wir nämlich ein Wespennest in einem Rolladenkasten ausgeräuchert. Das soll uns jetzt nicht als Tierquäler darstellen, im Gegenteil, ich hasse solche Menschen, doch die Wespen sollten auch nicht die Menschen quälen und die meisten haben die Aktion überlebt und sind weggeflogen zu neuen Ufern und neuen Menschenopfern.

Auch hier werde ich versuchen, noch ein paar Bilder zu schießen, denn was nützen einem die schönsten Worte, ohne es selbst gesehen zu haben. Und da ich keinem empfehle, das hier beschriebene Nachzumachen, sollte er doch lieber warten und sich meine Fotos ansehen. Wer benachrichtigt werden will, wenn es soweit ist, schreibt mir doch am besten eine eMail.

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Letzte Änderung dieser Seite: Dec 4, 2004